Depot-Tracker: Was diese Apps zeigen – und was ihnen fehlt
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Depot-Tracker beantwortet eine Frage sehr gut: Wie entwickelt sich mein Portfolio?
- Er zeigt strukturell nicht, was außerhalb des Depots liegt – Cash, Immobilie, Schulden.
- Zwei Datenwege: Broker-Anbindung oder eigener Import. Beide haben einen Preis.
- Rendite ist nicht gleich Rendite – zwei Apps können für dasselbe Depot verschiedene Zahlen zeigen, ohne dass eine falsch rechnet.
Depot-Tracker sind die spezialisierteste der fünf App-Kategorien. Sie machen eine Sache sehr gut – und genau darin liegt sowohl ihr Wert als auch ihre Grenze.
Was ein Depot-Tracker leistet
Die Kategorie bündelt Wertpapiere und beantwortet Fragen, die innerhalb des Depots liegen:
- Wert und Entwicklung über Zeit, meist mit Vergleichsindex
- Aufteilung nach Anlageklassen, Regionen, Branchen – und damit Klumpenrisiken
- Dividenden und Ausschüttungen, oft mit Kalender
- Kosten, sofern die Daten es hergeben
Wer mehr als ein Depot hat, bekommt hier zum ersten Mal ein zusammenhängendes Bild. Das ist der eigentliche Grund, warum es diese Kategorie neben den Broker-Apps überhaupt gibt: Deine Bank zeigt dein Depot bei ihr, nicht dein Portfolio.
Wo die Kategorie endet
Ein Depot-Tracker sieht das Depot. Er sieht nicht:
- dein Tagesgeld und den Notgroschen
- deine Immobilie und die Restschuld darauf
- deine laufenden Ausgaben und deine Sparquote
Das ist kein Mangel, sondern der Zuschnitt. Es wird nur dann zum Problem, wenn man die Zahl im Tracker mit „meinem Vermögen" verwechselt. Wer 60.000 € im Depot hat und 30.000 € Restschuld, liest im Tracker eine Zahl, die die Hälfte der Wahrheit ist. Der Unterschied zwischen Portfolio und Vermögen ist im Beitrag Nettovermögen-Tracker ausführlich beschrieben.
Die zwei Datenwege
| Weg | Stärke | Preis |
|---|---|---|
| Broker-Anbindung | einmal einrichten, dann aktuell | hängt an der Abdeckung: Was dein Anbieter nicht unterstützt, fehlt – und mehrere Broker heißen mehrere Anbindungen |
| Eigener Import | funktioniert mit jedem Anbieter, auch mit ausländischen | Aufwand: Du bringst die Daten selbst, dafür bist du von keiner Schnittstelle abhängig |
Wie du an deine eigenen Daten kommst, steht im Beitrag Kontoauszug als CSV exportieren.
Rendite ist nicht gleich Rendite
Das ist der Punkt, an dem die meisten Vergleiche kippen. Zwei Apps zeigen für dasselbe Depot verschiedene Renditen – und beide rechnen korrekt:
- Die zeitgewichtete Rendite blendet aus, wann du Geld eingezahlt hast. Sie misst die Anlage: Wie gut hat sich das Investment geschlagen?
- Die geldgewichtete Rendite (interner Zinsfuß) bezieht die Zeitpunkte deiner Ein- und Auszahlungen ein. Sie misst dein Ergebnis: Was ist für dich herausgekommen?
Bei einem Sparplan liegen beide Zahlen oft spürbar auseinander. Wer regelmäßig in einen fallenden Markt eingezahlt hat, hat eine bessere geldgewichtete als zeitgewichtete Rendite – und umgekehrt. Bevor du zwei Apps vergleichst, lohnt sich also die Frage, welche Zahl sie überhaupt anzeigen.
Was ein Tracker in Deutschland nicht ersetzt
Vorabpauschale, Teilfreistellung, Freistellungsauftrag: Die deutsche Besteuerung von Fonds und ETFs ist ein eigenes Feld, und die maßgeblichen Dokumente kommen von deinem Broker. Ein Tracker kann Anhaltspunkte geben, aber die Steuerbescheinigung bleibt die Grundlage – nicht die App.
Wann die Kategorie für dich passt
Ein Depot-Tracker ist die richtige Wahl, wenn dein Depot im Wesentlichen dein Vermögen ist und du Tiefe willst: Allokation, Einzelwerte, Ausschüttungen.
Wenn dein Geld dagegen über Konten, Depots und vielleicht eine Immobilie verteilt liegt, beantwortet der Tracker die kleinere Frage sehr gut und die größere gar nicht. Dann ist die Kategorie Vermögensübersicht der passendere Einstieg.
sum zeigt deine Depots im Gesamtbild – Wert und Entwicklung deiner Investments neben Konten, Sachwerten und Schulden, damit die eine Zahl am Ende stimmt. Für Orderausführung und Steuerunterlagen bleibt dein Broker zuständig; sum ist die Übersicht darüber, nicht der Ersatz dafür. Heute bringst du deine Daten per CSV-Import hinein, die automatische Bankanbindung (PSD2) ist in Arbeit.
Häufige Fragen
Was macht ein Depot-Tracker?
Er bündelt deine Wertpapiere und zeigt Wert, Entwicklung, Aufteilung und oft Dividenden. Seine Stärke ist die Tiefe innerhalb des Depots – Positionen, Regionen, Anlageklassen. Alles außerhalb des Depots liegt außerhalb seiner Aufgabe.
Brauche ich einen Depot-Tracker, wenn mein Broker eine App hat?
Wenn du nur ein Depot bei einem Anbieter hast, meist nicht – die Broker-App zeigt dasselbe. Interessant wird ein Tracker ab dem zweiten Depot, weil dein Portfolio dann in keiner einzelnen App vollständig ist.
Warum zeigen zwei Apps unterschiedliche Renditen für dasselbe Depot?
Weil sie unterschiedlich rechnen. Die zeitgewichtete Rendite misst die Anlage selbst, die geldgewichtete misst dein Ergebnis inklusive der Zeitpunkte deiner Einzahlungen. Bei Sparplänen weichen beide deutlich voneinander ab – das ist kein Fehler, sondern eine andere Frage.
Ersetzt ein Depot-Tracker meine Steuerunterlagen?
Nein. Maßgeblich bleiben die Abrechnungen und Steuerbescheinigungen deines Brokers. Ein Tracker kann Anhaltspunkte liefern, ist aber keine steuerliche Grundlage.
Weiterlesen
- Nettovermögen-Tracker: Vermögen ist mehr als Umsätze
- Finanz-Apps im Vergleich: Wofür welche Kategorie gemacht ist
- Finanz-App und Datenschutz
- Nettovermögen berechnen
Quellen
- Zeit- und geldgewichtete Rendite: Standarddefinitionen der Performance-Messung (u. a. GIPS-Rahmenwerk).
- Eigene Auswertung der Funktionskategorien; Stand September 2026. Einzelne Produkte werden bewusst nicht bewertet, weil sich Funktionsumfänge laufend ändern.
Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.
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